Annemarie Schimmel (1922–2003) zählt zu den prägendsten Stimmen der Islamwissenschaft im 20. Jahrhundert. Ihr Werk wird bis heute intensiv genutzt, doch das Religionsverständnis, das ihren Studien zugrunde liegt, ist bislang kaum systematisch reflektiert worden. Der Vortrag widmet sich dieser Leerstelle und untersucht den Einfluss Friedrich Heilers (1892–1967), der Schimmel 1946 nach Marburg holte und ihr Denken nachhaltig prägte. Anhand ausgewählter Schriften wird gezeigt, wie Schimmel Heilers religionsphänomenologischen Ansatz übernahm und dessen Typologisierung von prophetischer und mystischer Religion auf den Islam und Sufismus übertrug. Der Vortrag lädt dazu ein, Schimmels Werk als Teil religionswissenschaftlicher Debatten im 20. Jahrhundert neu zu lesen.
Die Veranstaltung kann auch online unter https://uni-erfurt.webex.com/meet/katharina_waldner verfolgt werden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

