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Universität Erfurt unterstützt Bewerbung der Stadt Eisenach für ein Zukunftszentrum

Die Universität Erfurt hat der Stadt Eisenach ihre weitere Unterstützung für die Bewerbung als Standort für das vom Bund geplante „Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation“ zugesagt. Eisenach hatte erklärt, dass man an der Bewerbung festhalten und sie weiter vorantreiben werde, auch nachdem die Landesregierung in dieser Woche mitgeteilt habe, ihrerseits den Standort Jena zu favorisieren und zu unterstützen.

Der Eisenacher Oberbürgermeisterin Katja Wolf hat angekündigt, alles zu tun, um die Bewerbung doch noch zu einem Erfolg zu führen. Eisenach sei ein ausgezeichneter Standort für ein solches Zukunftszentrum. Die Stadt erfülle alle Kriterien des Bundes für die Vergabe und könne nicht nur mit ihrer zentralen Lage in Deutschland punkten, sondern auch mit dem originellen Ansatz der „doppelten Transformation“ mit Blick auf Deutschland und Europa sowie mit der sich derzeit vollziehenden Transformation der regionalen Automobilproduktion.

Mit dem geplanten Zukunftszentrum möchte die Bundesregierung die Erfahrung der Ostdeutschen mit Wandel und Umbrüchen würdigen. Der Bund will 200 Millionen Euro in das Projekt investieren, darüber hinaus sollen etwa 200 Arbeitsplätze geschaffen werden. Entstehen soll ein wissenschaftliches Institut, das auch Begegnungs- und Veranstaltungsort ist. Aktuell findet ein Standortwettbewerb statt. Bewerben können sich Kommunen aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bis zum 30. September 2022. Aus Thüringen hatten Eisenach, Jena und Mühlhausen (gemeinsam mit Eschwege, Hessen) Bewerbungen angekündigt. Weitere Bewerbungen planen Frankfurt/Oder Plauen und Leipzig sowie Magdeburg und Halle-Wittenberg.

Neben der Uni Erfurt unterstützen die Eisenacher Bewerbung weitere Partner aus Wissenschaft und Kultur: die Wartburg-Stiftung, die Duale Hochschule Gera-Eisenach, die Universität Mannheim, die Hochschule Fulda, das Forschungsinstitut Point Alpha und die Point Alpha Akademie. An der Uni Erfurt aktiv beteiligt sind: Christiane Kuller, Sandra Tänzer, Jörg Seiler, Agnès Arp, Iris Schröder, Frank Ettrich, Andreas Anter, Ned Richardson-Little, Sophie Lange u.a. „Mit den Kolleginnen und Kollegen aus den verschiedenen Fachdisziplinen von Geschichte über Pädagogik und Politik- bis hin zu Sozialwissenschaft unterstützt die Universität Erfurt das Eisenacher Vorhaben mit einer großen Expertise“, erklärt die Historikerin Prof. Dr. Christiane Kuller. „Ob im ‚Forschungsverbund Diktaturerfahrung und Transformation‘ oder mit unserer Oral-History-Forschungsstelle – wir haben in den vergangenen Jahren umfangreiche Forschung unternommen und ein Netzwerk geschaffen, was für ein Zukunftszentrum wie das nun vom Bund geplante überaus bedeutsam wäre. Es könnte dessen künftige Arbeit nicht nur wissenschaftlich auf sichere Beine stellen, sondern sie auch signifikant befördern.“

Im Zuge der Bewerbung sind in den kommenden Wochen und Monaten verschiedene Veranstaltungen im Rahmen des „Campusforums Zukunftszentrum Eisenach“ geplant, mit denen sich Eisenach als geeigneter Standort für Wissenschaft im gesellschaftlichen Dialog empfehlen möchte. Den Auftakt bildet am 18. Juli 2022 das zweite „Geisa-Gespräch“ des Forschungsinstituts Point Alpha in Geisa zu den Auswirkungen des andauernden Ukraine-Krieges auf Politik, Gesellschaft und Öffentlichkeit. Unmittelbar danach lädt die Duale Hochschule Gera-Eisenach am 21. Juli zum Bürgergespräch, bei dem sich die Wissenschaftspartner der Bürgerbewerbung für das Zukunftszentrum Eisenach vorstellen.

Darüber hinaus geplant sind eine Zukunftswerkstatt „Bildung in einer durch Unsicherheit und Transformation geprägten Welt“ am 18. August, eine internationale Tagung unter dem Titel „Die geheime Atomuhr der DDR – von Konfrontation zu Kooperation in der Zeitmessung“ – ebenfalls im August – und eine weitere internationale Tagung des Forschungsinstituts Point Alpha mit der Sofia University und der Central University Budapest im September. Zu einem Bürgerforum zur DDR-Neuererbewegung lädt die Universität Erfurt (Forschungsverbund Diktaturerfahrung und Transformation) am 30. September in die Automobile Welt Eisenach (AWE) ein, und am 4. Oktober wird die Fotoausstellung „Industriekultur 4.0“ mit Erinnerungsgesprächen als eine Kooperationsveranstaltung der Dualen Hochschule Gera Eisenach und der Universität Erfurt (Oral-History-Forschungsstelle) in Eisenach eröffnet.

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie jeweils rechtzeitig auf der Webseite der Stadt Eisenach.

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